Es kam eine Zeit, da ich meine Blume und ihre Realität vergessen musste, als  in der äußeren Welt ja so viel Wichtigeres zu tun war. Ich besuchte die Schule, wickelte meine kleine Schwester,  begann mein Studium und hatte die ersten Liebesabenteuer. Etwas fehlte mir, es wurde immer deutlicher, etwas, das ich als Kind hatte und das mir so große Lebenslust bereitet hatte. Etwas, das ich als erwachsene Frau dringendst benötigte. Und wieder war es die Wunderblume aus dem Sumpf, die mich, diesmal als junge Frau, zu sich rief und wieder blieb mein Schuh im Sumpf stecken. Ich entdeckte sie wieder, die „Tanzende Königin der Wiese“ und ihr Geschenk, den Trollblumentanz. Und diesmal ließ ich mich nicht mehr Abbringen von meiner Beziehung zu ihr.

Wir begannen gemeinsam für mich ein „Programm“ zu entwickeln für meine Ent-wickelung aus der lieblosen , naturfernen Kultur, der ich entstamme. Sie, die Tanzende Königin der Wiese, zeigte mir ihr anderes Gesicht, das  war auch kugelrund und riesengroß. Und ihren anderen Namen,  Gaia, wenn ich richtig verstanden habe und manchmal klang es wie Inanna oder Ischtar oder Isis oder... ich hab mir nicht alle gemerkt. Aber ihr Gesicht, das merkte ich mir und ihre Worte, wenn sie als Erdgöttin zu mir zu sprechen pflegt.

In all den Jahren unserer wunderbaren Freundschaft lehrte sie mich das Frausein, frei von androzentrischen Überstülpungen. Sie zeigte mir Hunderte ihrer Schwestern im Blumenreich, Margeritha, Wegwarte, flockige Tänzerin der kosmischen Sternensaat, höhlenbewohnende Jungfrau des weißen Lichtes  und wie sie alle heißen mögen. Alle diese heimischen Wald- und Wiesenschwestern zeigten mir ihre Aura in den schönsten Farben und als ich sie zeichnete, in Mandalaform, führten sie meine Feder mit ihren erklärenden Worten dazu, sodass es ein Blütenmandalabuch geworden ist und etliche Kunstkataloge mit ihren so feinsinnigen Sprüchen.   Sie erklärten mir ihre heilenden Wirkungen, die ich zu einem neuen Heil- und Harmonisierungssystem zusammengeführt habe. Ich tanze auch mit ihnen, ihre Tänze, die sie mich lehrten, bis heute, auf den besonderen Wiesen und Orten, wo sie mich erwarten, bei Vollmondin  und mit anderen Frauen.


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